Audi startet mit „On demand“-Ausstattung im Connected Car

Der deutsche Premium-OEM Audi startet sein „On demand“-Angebot. Kunden erhalten die Möglichkeit, auch nach dem Kauf flexibel (ausgewählte) Sonderausstattungen zu buchen. Das verspricht mehr Flexibilität. Der Hersteller erhofft sich zusätzliche Erlöse über den gesamten Lebenszyklus eines vernetzten Fahrzeugs. Zum Marktbeginn sind die „functions on demand“ in acht verschiedenen Modellreihen verfügbar.

Nicht mehr an Erstkonfiguration gebunden

Bislang entschied die beim Fahrzeugkauf vorgenommene Konfiguration über den Ausstattungsumfang eines Automobils. Der erste Halter wählt die gewünschten Extras. Nachfolgend Besitzer sind daran gebunden. Allerdings kauft nur ein Bruchteil der Interessenten einen Neuwagen. Der Wertverlust, gerade innerhalb des ersten Jahres, spricht für einen Gebrauchtwagen. Dabei sind die Käufer zwar gewillt, Abstriche bei der gewünschten Ausstattung zu machen. Trotzdem würde Zahlungsbereitschaft für bestimmte Fahrzeugfunktionen bestehen. Dieses Szenario adressiert Audi mit dem neuen Geschäftsmodell „functions on demand“.

Die „On demand“-Ausstattung steht zunächst in Deutschland und Norwegen zur Verfügung. Neben den elektrischen e-tron-Modellen bietet Audi die flexible Sonderausstattung für die Baureihen A4, A5, A7, Q5, Q7 und Q8 an. Sowohl die verfügbaren Funktionen als auch die unterstützten Baureihen wird Audi künftig ausbauen. Zum Marktstart listet der Ingolstädter Hersteller diverse Sonderausstattung aus den Bereichen Fahrassistenz, Licht und Infotainment. Das konkrete Angebot hängt vom jeweiligen Modell ab. Das Geschäftsmodell bezieht die Händler explizit mit ein. Vermitteln Händler (etwa beim Verkauf eines Gebrauchtwagens) die Buchung von „On demand“-Funktionen, zahlt Audi einen Bonus.

Hardware nachträglich freischalten

Hervorzuheben ist der Audi e-tron. Das Elektrofahrzeug unterstützt die nachträgliche Freischaltung von besserer Hardware. Das bedeutet, dass Audi die Sonderausstattung ab Werk verbaut, aber per Software deaktiviert. Dazu gehören der Parkassistent, die LED-Matrix-Scheinwerfer und das Licht-Funktionspaket. Beim Kauf entscheidet der Kunde zwischen mehreren Laufzeiten (sechs Monate, ein Jahr, drei Jahre oder unbegrenzt). Zusätzlich bietet Audi eine einmonatige Testphase zu attraktiven Konditionen (z. B. ein Euro) an. Das soll Kunden überzeugen, die Funktionen auszuprobieren. Im Idealfall möchten sie anschließend die Sonderausstattung nicht mehr missen.

Der nachträgliche Kauf von Sonderausstattung erfordert einen geeigneten Bestell- und Bezahlprozess. Deswegen führt Audi Im Zuge von „functions on demand“ den eigenen Bezahldienst AudiPay ein. Darüber bezahlen und verlängern die Kunden (mit ihren hinterlegten Kreditkarten) die gewünschten Funktionen. Dahinter steht der Dienstleister VW Payments S.A. vom Mutterkonzern Volkswagen. Weitere Bezahlmethoden sind bereits angekündigt. Zeitnah sollen beispielsweise Klarna und Paypal folgen.