Mercedes me connect

Mercedes-Benz summiert vielfältige ergänzende Dienstleistungen rund um die Fahrzeuge mit dem Stern unter dem übergeordneten Branding „Mercedes me“. Die Services aus dem Bereich der Connected Cars gehören dabei zur Sub-Marke „me connect“. Daneben existieren weitere Sub-Marken wie „assist“ oder „finance“. Der Rollout der Connected-Car-Plattform der Daimler AG fand im Jahre 2014 statt. Seitdem führte der Hersteller kontinuierlich weitere Dienste ein. Mittlerweile offeriert Mercedes me connect ein breites Service-Portfolio. Ein seit 2016 verfügbarer Adapter erlaubt die Nachrüstung einiger Connected-Car-Services für ausgewählte Baureihen ab 2002.

Basisdienste wie Wartungs- und Unfallmanagement

Das Angebot von Mercedes me connect setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen. Die erste Komponente der Connected-Car-Plattform bilden die sogenannten „Basisdienste“. Hierunter fasst die Daimler AG das Wartungsmanagement, das Pannenmanagement, das Unfallmanagement und das Notrufsystem zusammen. Besagte Basisdienste bauen auf der Übertragung von zustands- und ortsbezogenen Daten zwischen dem vernetzten Automobil und der Plattform des Automobilherstellers auf. Registriert das System beispielsweise den Bedarf an einer Wartung des Fahrzeugs, erfolgt eine Benachrichtigung der hinterlegten Werkstatt. Daraufhin nimmt die Werkstatt proaktiv mit dem Fahrzeughalter Kontakt auf, um einen Termin zu vereinbaren. Im Rahmen der technischen Möglichkeiten können zudem Werkstätten, den Händlern oder Mitarbeitern des Hersteller-Supports eine Ferndiagnose durchführen. Die Telediagnose liefert Informationen zum generellen Zustand des Fahrzeugs oder zu auftretenden Fehlern. Darüber hinaus unterstützen die Basisdienste im Fall einer Panne oder eines Unfalls. Bei einem schweren Unfall löst das System automatisch einen Notruf aus, der den über GPS lokalisierten Aufenthaltsort beinhaltet (eCall). Kommt es während der Fahrt zu einer Panne, greift der Dienst Pannenmanagement. Der informierte Pannendient trifft optimal vorbereitet ein, da er anhand der übertragenen Werte der Fahrzeugsensorik bereits über die relevanten Umstände Bescheid weiß. Die Basisdienste sind bei allen Modellen mit der erforderlichen Vernetzung verfügbar.

Live-Traffic-Informationen und Car-to-X-Kommunikation

Neben den vorgestellten Basisdiensten betreibt die Daimler AG auf der zugehörigen Connected-Car-Plattform zahlreiche weitere Services. Ein Live-Traffic-Dienst liefert während der Fahrt aktuelle Daten zur Verkehrssituation. Der Concierge Service fungiert als persönlicher Assistent der Insassen. Auf Knopfdruck beantwortet ein Mitarbeiter Fragen, spricht Empfehlungen aus oder bucht Tickets. Mit der E-Klasse führte Mercedes-Benz 2016 erstmalig die Car-to-X-Kommunikation ein. Sämtliche Fahrzeuge, welche Car-to-X unterstützen, melden über die Sensorik erfasste Daten zu Gefahrensituationen oder Staus an das Backend. Die Connected-Car-Plattform aggregiert die Meldungen und warnt nachfolgende Fahrer rechtzeitig vor gefährlichen Stellen auf der Route. Ebenfalls zu den Highlights im Portfolio von Mercedes me connect gehört der Remote Park-Assistent: Der Halter befindet sich außerhalb des Automobils und startet den automatischen Parkvorgang über das Smartphone. Der Vorteil: Der Fahrer muss bei engen Parklücken oder an viel befahrenen Straßen nicht mehr nach dem Parkvorgang aus dem Auto aussteigen. Seit Herbst 2017 steht in ausgewählten Baureihen der Dienst On-Street-Parking zur Verfügung, der sich auf Parkmöglichkeiten am Straßenrand bezieht. In unterstützten Großstädten blendet der Connected-Car-Serive in der Navigation eine zusätzliche Anzeige ein, die über die Wahrscheinlichkeit freier Parkplätze in den verschiedenen Straßen informiert. Das erleichtert die Suche nach freien Parklücken am Straßenrand.

Remote-Online-Services von Mercedes me connect

Mit der gleichnamigen Smartphone-Applikation „Mercedes me“ erhält der Halter eines Fahrzeuges Zugriff auf diverse Remote-Services. Zu den verfügbaren Diensten gehören beispielsweise die Lokalisierung des geparkten Fahrzeuges oder die permanente Ortung per GPS. Der Dienst „Geofencing“ ermöglicht die geografische Überwachung. Verlässt das Fahrzeug ein vom Nutzer zuvor definiertes Gebiet auf der Karte, erfolgt eine automatische Benachrichtigung des Kunden. Darüber hinaus besitzt der Halter die Möglichkeit, mit der App über das Mobilfunknetz den Schließzustand der Türen zu kontrollieren oder beziehungsweise gegebenenfalls zu verändern. Wichtige Daten des Fahrzeugs wie die Reichweite oder der Füllstand des Tankes lassen sich ebenfalls über die Smartphone-Anwendung abfragen. Besitzt das Automobil über eine Standheizung, erlauben die Remote-Services deren Programmierung aus der Ferne. Bei Modellen mit Elektro- oder Hybrid-Antrieb stehen serienmäßig weitere Funktionen bereit. Der Nutzer programmiert beispielsweise den Ladevorgang oder aktiviert per App-Befehl die Klimaanlage. Ausgewählte Remote-Funktionen der Remote-Services von Mercedes me connecet sind auch auf Wearables verfügbar.

Kosten und erforderliche Sonderausstattung

Die zu Remote Online gehörenden Dienste kosten bei der Konfiguration des Fahrzeuges 178,50 €. Für die Integration von Apple CarPlay und Android Auto berechnet die Daimler AG beispielsweise bei der E-Klasse weitere 476,00 Euro. Um auf dem serienmäßig verbauten Display namens „Audio 20“ Live-Traffic-Informationen zu erhalten, benötigt der Kunde den Garmin MAP Pilot (Kosten E-Klasse: 595,00 €). Entscheidet sich der Käufer für die Premium-Variante der Head-Unit „COMAND Online“, sind die Remote Online und Live Traffic bereits inklusive. Allerdings beläuft sich der Preis von COMAND Online mit einem 12,3 Zoll großen Bildschirm bei der E-Klasse auf 3.046,50 Euro. Um den Remote Park-Assistenten zu nutzen, benötigt das Fahrzeug diverse Sonderausstattungen. Künftig setzt der Hersteller auf das neu entwickelte Infotainmentsystem Mercedes-Benz User Experience (MBUX). Es kommt erstmalig in der A-Klasse (W177) zum Einsatz und geht mit einem veränderten Erlösmodell im zugehörigen Geschäftsmodell einher (connected-cars.net berichtete).

Fazit

Mercedes me connect überzeugt durch ein breites Angebot an Connected-Car-Services. Die vernetzten Fahrzeuge mit dem berühmten Mercedes-Stern decken mit Diensten wie Remote Online oder Live Traffic  den aktuellen Stand der Technik ab. Gemäß dem Motto „Das Beste oder Nichts“ ist die Daimler AG stets bemüht, innovative neue Services zu veröffentlichen. So führte der Hersteller beispielsweise im Jahr 2016 mit der neuen E-Klasse als erster OEM überhaupt die Car-to-X-Kommunikation ein. Der Remote Park-Assistent stellt eine sinnvolle Neuerung dar, womit sich Mercedes von der Konkurrenz abhebt. Aufholbedarf gibt es jedoch beim Thema Music Streaming in den Fahrzeugen. Darüber hinaus lässt sich Kritik an der Informations- und Kommunikationspolitik von Mercedes me connect üben. Interessierte potenzielle Kunden werden auf den zugehörigen Portalen lediglich sehr oberflächlich über die Connected-Car-Services von Mercedes aufgeklärt. Eine Auflistung sämtlicher Dienste inklusive Beschreibungen erhält der Nutzer erst nach der Registrierung im Webportal. Bei der Konfiguration des Fahrzeuges werden dem Kunden keine Angaben zu späteren laufenden Kosten gemacht.


Anmerkung: 

Die Automobilhersteller erweitern und variieren ihr Angebot an Connected-Car-Services, die zugehörige erforderliche technische Ausstattung sowie das zugrundeliegende Geschäftsmodell (insbesondere die Preisbildung) kontinuierlich. Aus diesem Grund lässt sich die Aktualität des im vorliegenden Artikel skizzierten Stands nicht gewährleisten. Möglicherweise sind Angaben bereits veraltet.