Connected Cars: Volkswagen und Microsoft kooperieren

Im Geschäftsmodell der vernetzten Fahrzeuge besitzt die Komponente der Partnerschaften eine hohe Bedeutung. Die Automobilhersteller gehen Kooperationen mit unterschiedlichen Akteuren ein, die ihrerseits wertvolle Kompetenzen und Ressourcen in die Wertschöpfung einbringen. Unter den Partnern befinden sich beispielsweise Mobilfunkprovider, welche die erforderliche Internetverbindung zwischen dem Connected Car und der zugehörigen Plattform realisieren. Ebenfalls eine wichtige Rolle nehmen sogenannte Komplementäranbieter ein. Hierbei handelt es sich um Drittanbieter, die Daten, Inhalte oder komplette digitale Services für die Connected-Car-Plattformen der Fahrzeughersteller anbieten. Derartige Angebote erweitern das Service-Portfolio und tragen somit zu einer Wertsteigerung des Ökosystems bei. Als dritten Schlüsselpartner im Connected-Car-Geschäftsmodell gelten IT-Dienstleister. Entsprechende Unternehmen liefern die notwendige Ressourcen der Infrastruktur, um die Plattformen der vernetzten Fahrzeuge zu betreiben und die anfallenden Prozesse abzuwickeln.

Im Hinblick auf den Plattform-Betrieb existieren zwei grundlegende Optionen: Der Aufbau einer eigenen Plattform-Infrastruktur oder das Outsourcing an spezialisierte IT-Dienstleister. Teilweise stehen in den Connected-Car-Plattformen über die letzten Jahre historisch gewachsene Landschaften, die sukzessive aufgebaut wurden. Daher bedarf es mitunter einer strategischen Neuausrichtung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das lässt sich aktuell bei Volkswagen beobachten. Der Wolfsburger Automobilkonzern geht mit Microsoft eine strategische Partnerschaft ein. Gemeinsam konzipieren die beiden Unternehmen die neue Volkswagen Automotive Cloud.

Die geplante Connected-Car-Plattform basiert auf Microsofts Cloud-Lösung Azure. Volkswagen beabsichtigt, ab 2020 jährlich über fünf Millionen vollständig vernetzte Automobile auf den Markt zu bringen.  Alle digitalen Services der vernetzten Fahrzeuge sollen künftig über die neue Automotive Cloud laufen. VW erhofft sich eine Vereinfachung der Prozesse und strebt eine stärkere Kundenorientierung an. Zu der Partnerschaft gehört auch die Neugründung eines Entwicklungszentrums, welches die Automotive Cloud verantwortet. Das Entwicklungszentrum soll nahe dem nordamerikanischen Sitz von Microsoft angesiedelt werden und ungefähr 300 IT-Fachkräfte beschäftigen. Dabei unterstützt Microsoft bei der Akquise von Spezialisten sowie beim softwarespezifischen Projektmanagement. Auf Basis der Azure-Cloud strebt Volkswagen das größte digitale Ökosystem der gesamten Automobilbranche an. Langfristig sollen weltweit alle Konzernmarken über die Plattform abgewickelt werden.


Quelle: Pressemitteilung Volkswagen AG