Digitale Services für mehr Sicherheit im vernetzten Fahrzeug

Mit den Connected-Car-Services erzeugen die Automobilhersteller ein Nutzenversprechen, das über den eigentlichen Mobilitätszweck hinausgeht. Die digitalen Dienste ordnen sich in unterschiedliche Kategorien ein. Live Traffic oder Echtzeit-Informationen zu freien Parklücken am Straßenrand (On-Street Parking) verbessern die Navigation. Aggregierte Gefahrenmeldungen dank Car-to-X-Kommunikation erhöhen die Sicherheit der Insassen. Der Remote-Zugriff auf die Türverriegelung bietet mehr Komfort für den Halter, wohingegen die Anzeige von Daten zum Fahrzeugstatus in der App einen Informationscharakter besitzt. Nicht zuletzt ordnen sich etwa Music-Streaming-Services in die Unterhaltungs-Kategorie ein.

Car-to-X-Kommunikation warnt während der Fahrt rechtzeitig vor Gefahrensituationen
Car-to-X Kommunikation bei Mercedes-Benz | © Daimler

Aus Sicht der Anwender hängt der Mehrwert eines neuen Service nicht nur vom Innovationsgrad, sondern auch von der Kategorie ab. Insbesondere Dienste aus der Sicherheits-Rubrik stiften einen hohen Nutzen. Dazu gehören sowohl Services, welche die Sicherheit der Insassen betreffen, als auch solche, die sich auf die Fahrzeug-Sicherheit beziehen – während oder nach der Fahrt. Während der Fahrt liefert die bereits angesprochene Car-to-X-Kommunikation ein großes Nutzenversprechen. Über die Sensorik und Kameras erfassen moderne Fahrzeuge permanent Daten zu ihrer Umgebung. Registrieren die vernetzten Automobile eine Gefahrenstelle, erfolgt eine Meldung an das Backend des Automobilherstellers. Dazu gehören beispielsweise Glatteis, das Ende eines Staus oder Hindernisse auf der Straße. Die von den Connected Cars übertragenen digitalen Daten werden im Backend aggregiert. Erreicht die Häufigkeit an Meldungen zu einer bestimmten Stelle den definierten Schwellenwert, wird die Gefahrensituation als gesichert eingestuft. Dadurch entsteht ein virtuelles Abbild der realen Gegebenheiten. Auf dieser Basis warnt der Service nachfolgende Fahrer mit einer Meldung im Infotainmentsystem. Die Car-to-X-Kommunikation ermöglicht dadurch rechtzeitige Hinweise, bevor sich die betreffende Stelle im Sichtfeld des Fahrers befindet. Mercedes-Benz führte den Dienst serienmäßig mit der E-Klasse 2016 ein. BMW, Audi, Porsche oder Volvo bieten ebenfalls vergleichbare Services an.

Sicherheits-Dienste für das geparkte Fahrzeug

Im geparkten Zustand existieren unterschiedliche Gefahren. Gerade in der warmen Jahreszeit steigt das Gewitterrisiko. Aus diesem Grund warnt BMW künftig mit dem Weather Guard seine Halter vor Unwetter, die Schäden am Fahrzeug hinterlassen könnten (connected-cars.net berichtete). Neben witterungsbedingten Beschädigungen drohen Parkrempler, Vandalismus oder Diebstahlversuche. Derartige Vorgänge lassen sich durch die Vernetzung der Fahrzeuge nicht gänzlich vermeiden. Dafür ergeben sich aber die technischen Möglichkeiten, um den Halter besser zu informieren. Mit der neuen A-Klasse führte Daimler eine Parkschaden-Benachrichtigung ein. Erkennt das geparkte Fahrzeug eine Kollision, wird der Fahrer darauf hingewiesen. Das verhindert, dass ein Parkschaden zunächst unbemerkt bleibt und rückwirkend die Unfallstelle nicht mehr lokalisiert werden kann.

Zur Prävention von Diebstählen verfügen die Automobile bereits seit längerer Zeit über eine installierte Alarmanlage. Mit der Vernetzung der Fahrzeuge ergeben sich neue Möglichkeiten. Mehrere Hersteller informieren den Halter per Push-Nachricht über das Smartphone, falls es zu einem Diebstahlversuch kommt. Volvo veröffentlicht den digitalen Service schon 2012. Audi und Porsche folgten 2016, Mercedes-Benz in 2018 und VW in diesem Jahr. Porsche geht mit dem Vehicle Tracking System noch einen Schritt weiter. Fahrzeuge mit der notwendigen Sonderausstattung lassen sich nach einem geglückten Diebstahl orten und per Fernzugriff kontrolliert stilllegen.

Tesla führte vor Kurzem über Software-Update in den USA den sogenannten Sentry Modus im Model 3 ein. Die digitale Innovation verwendet die Kameras der Assistenzsysteme, um die Umgebung des geparkten Elektroautos zu überwachen. Im Falle von Vandalismus oder Einbruchversuchen greifen unterschiedliche Abwehrmaßnahmen. Kommt es zu Berührungen am Fahrzeug, aktiviert das Model 3 die Kameraufnahmen. Falls ein Dieb in das Fahrzeug einbricht, ertönt mit voller Lautstärke das Radio und das Display regelt die Helligkeit hoch. Über die Smartphone-Applikation von Tesla erhält der Halter Zugriff auf die Videoaufzeichnungen der Kamera.