In-Car-Delivery – das Fahrzeug als Packstation

Das Einsatzspektrum von vernetzten Fahrzeugen begrenzt sich nicht auf die Mobilität. Selbst im geparkten Zustand bieten die Automobile Potenzial für digitale Innovationen. Darauf zielen beispielsweise Angebote aus dem Bereich In-Car-Delivery ab. Hierbei fungiert das Fahrzeug gewissermaßen als Packstation. Paketzusteller oder andere Dienstleister erhalten einmaligen Zugang zum Kofferraum. Die Verriegelung erfolgt über einen Remote-Befehl der Connected-Car-Plattform. Die Dienste bieten insbesondere berufstätigen Personen einen Mehrwert. Je länger der Geschäftstag dauert, desto schwieriger werden alltägliche Vorgänge. Postboten treffen die Empfänger nicht zu Hause an, Retouren stapeln sich zu Hause, für Einkäufe bleibt kaum Zeit und Reinigungen haben bereits geschlossen. An diesen Problemen setzt das In-Car-Delivery an.

Volkswagen führt We Deliver ein

Mehrere Hersteller arbeiten an entsprechenden Angeboten. Den weltweit ersten kommerziellen Servie führte Volvo in Schweden ein. In den USA kooperiert der Hersteller mit Amazon. In Verbindung mit der Key-App von Amazon bietet Volvo in den Vereinigten Staaten bereits die Lieferung von Paketen in den Kofferraum an. In Deutschland ist der Service aktuell im Kommen. Volkswagen bietet künftig We Deliver an. Die Testphase in Berlin ist bereits vorbei. Das Angebot bezieht sich auf Paket-Zustellungen. Kunden, die bei einem der verfügbaren Partner bestellen, geben ihren Kofferraum als Lieferadresse ein. Der Zusteller ortet das Fahrzeug per GPS. Das setzt voraus, dass sich das Auto frei zugänglich am Straßenrand befindet. Für die Zustellung wird durch einen Remote-Befehl der Kofferraum einmalig verriegelt. Der Service startet mit der Markteinführung des neuen Passats in bestimmten Regionen in Deutschland.

Daimler bietet In-Car-Delivery über eigenes Start-up an

Daimler gründete für das In-Car-Delivery ein eigenes Start-up namens chark. Das Corporate Start-up geht zurück auf den Innovationsbereich Lab1886, zuständig für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Chark steht für „Change the way you paRK“ und bietet ebenfalls Paketzustellungen für geparkte Autos an. Dafür arbeitet das Unternehmen mit einem Lieferservice zusammen. Der Nutzer gibt bei Online-Bestellungen die Adresse des chark Hubs an und vermerkt seine Identifikationsnummer im Zusatzfeld. Nachdem die Lieferung im Hub ankommt, stellt der Service-Partner eine Zugriffsanfrage. Das erfolgt über eine Push-Nachricht der zugehörigen App. Der Empfänger gibt den voraussichtlichen Parkort und das gewünschte Zustellfenster an. Sobald sich der Zusteller im Umkreis von 500 Metern befindet, wird ihm die exakte Parkposition angezeigt. Anschließend erhält er die Berechtigung, das Auto zu öffnen, um das Paket im Kofferraum zu deponieren. Der Service von chark.me befindet sich noch in der Wachstumsphase. Derzeit begrenzt chark sein Angebot auf eine gewisse Anzahl an Nutzer und bestimmte Postleitzahl-Gebiete. Sowohl bei Volkswagen als auch bei chark.me steht das Angebot nur für vernetzte Fahrzeuge zur Verfügung, welche die technischen Voraussetzungen erfüllen.

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