Digitalisierung | Megatrend Vernetzung der Fahrzeuge

 

Die Digitalisierung führt – basierend auf den Informationstechnologien – zu zahlreichen neuartigen Produkten und Dienstleistungen. Unterschiedlichste Branchen sehen sich derzeit einer digitalen Transformation ausgesetzt, welche in einer umfassenden Vernetzung der angebotenen Lösungen resultiert. Der Begriff des Internet of Things (Internet der Dinge, kurz IoT) steht in engem Zusammenhang mit der Digitalisierung. Das Internet of Things bezeichnet die Vernetzung von Objekten, die bereits in Zeiten ohne Konnektivitäts-Funktionalitäten existieren. Als Beispiel eignet sich die mit SmartHome beschriebene Vernetzung von Haushaltsgeräten oder der Haustechnik nennen.

Megatrend Connected Cars

Eines der wichtigsten Elemente im IoT-Kontext stellen die Connected Cars dar. Die im Zuge der digitalen Transformation der Automobilbranche stattfindende Vernetzung der Fahrzeuge gilt aktuell als wahrer Megatrend im entsprechenden Industriezweig. Connected Cars eröffnen völlig neue Potenziale: Es entsteht ein umfassendes Wertversprechen, das über den reinen Fortbewegungszweck der Fahrzeuge hinausgeht. Experten, etwa vom Branchenanalysten Gartner Inc., sehen in den Connected Cars sogar die bedeutungsvollste Neuerung in der langjährigen Geschichte des Automobils. Unbestreitbar nimmt die Vernetzung der Fahrzeuge derzeit einen hohen Stellenwert ein. Exemplarisch lässt sich die Globale Automotive Executive Surey 2016 anführen. In der entsprechenden Umfrage wählten die befragten Personen die Digitalisierung der Automobile auf den ersten Platz der momentanen Schlüsseltrends der Branche.

In Relation zur mittlerweile über 100 Jahre alten Historie des Automobils gelten die vernetzten Fahrzeuge als vergleichsweise junges Themenfeld. Deswegen existiert noch keine allgemein gültige Definition der Connected Cars oder ein Branchenstandard. Grundsätzlich resultieren die vernetzten Automobile aus der Integration von Informations- und Kommunikationstechnologie in die Fahrzeugarchitektur. Durch die Konnektivität gehen die Fähigkeiten der entsprechenden Modelle über die bis dato etablierten mechanischen oder elektronischen Funktionalitäten hinaus.

Bezugnehmend auf den aktuellen technischen Fortschritt im Kontext der vernetzten Mobilität lassen sich Connected Cars folgendermaßen definieren:

Definition Connected Cars

Connected Cars (vernetzte Automobile) sind internetfähige Fahrzeuge mit Telematik-Funktionen, die über das Mobilfunknetz mit dem zugehörigen Ökosystem kommunizieren. Dadurch fungiert das Automobil als Sender und Empfänger von Daten; das ermöglicht neuartige Connected-Car-Services in und außerhalb des Fahrzeugs. Die erforderliche Konnektivität wird entweder über ein fest verbautes Kommunikationsmodul mit integrierter SIM-Karte oder über die Hotspot-Funktion eines externen Gerätes (i.d.R. Smartphone) realisiert. 

 

Quelle: connected-cars.net

 

Internetverbindung im vernetzten Automobil

Gemäß der angeführten Definition besitzen die Connected Cars einen Internetzugang durch das Mobilfunknetz. Um besagte Datenverbindung zu realisieren, gibt es drei unterschiedliche Alternativen:

  • Kommunikationsmodul mit integrierter SIM-Karte
  • SIM-Karten-Slot
  • Tethering

Verfügt ein Automobil über ein festverbautes Kommunikationsmodul, so besitzt es die Fähigkeit, ohne ein Drittgerät eine direkte Internetverbindung aufzubauen. Mitunter liefern die Automobilhersteller ihre Connected Cars bereits mit einer integrierten SIM-Karte aus. Das Fahrzeug verwendet die im Kommunikationsmodul enthaltene Karte, um sich mit dem Mobilfunknetz zu verbinden. Im entsprechenden Szenario wählt der jeweilige OEM den Mobilfunkprovider aus. Inwiefern zusätzliche Kosten für den Fahrzeughalter anfallen, hängt vom Geschäftsmodell des Automobilherstellers ab. Oftmals offerieren die OEMs in den ersten Jahren das Datenvolumen für die Connected-Car-Services kostenlos. Andernfalls kauft der Kunde Datenpakete mit einem Inklusivvolumen für sein Connected Car über den Hersteller.

Im zweiten Szenario enthält das Fahrzeug zwar ebenfalls ein Kommunikationsmodul, der OEM liefert es jedoch ohne SIM-Karte aus. Stattdessen befindet sich beispielsweise im Handschuhfach ein leicht zugänglicher SIM-Karten-Slot. Der Fahrzeughalter schließt bei einem Mobilfunkprovider seiner Wahl einen Datentarif ab. Anschließend steckt er die gelieferte SIM-Karte in die dafür vorgesehene Schnittstelle. Als dritte Option gilt die Internetverbindung über die Tethering-Funktion eines geeigneten Gerätes: Fahrer oder Mitfahrer öffnen mit ihrem Smartphone einen Hotspot. Das Automobil wählt sich über den Hotspot ins Mobilfunknetz ein.

Es hängt vom OEM und dem konkreten Fahrzeugmodell ab, welche Art des Internetzugangs zum Einsatz kommt. In manchen Fahrzeugen stehen auch mehrere der vorgestellten Alternativen Verfügung. Beispiel: Häufig unterstützen Connected Cars mit einem SIM-Karten-Slot darüber hinaus das Tethering. Das Tethering besitzt grundsätzlich einen entscheidenden Vorteil. Der Kunde kann den Mobilfunk-Tarif seines Smartphones zusätzlich für das Fahrzeug verwenden. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, Datenvolumen über den OEM oder einen separaten Datentarif zu erwerben.

 

Die Vernetzung der Automobile ermöglicht neuartige Connected-Car-Services, die dem Fahrer beziehungsweise Halter vor, während oder nach der Fahrt zur Verfügung steht. Über die konkreten Dienste informiert connected-cars.net auf folgender Seite: Conected Cars | Services und Plattformen.