Transformation | Automobilbranche im Wandel

 

Die Automobilbranche vollzieht aktuell einen tiefgreifenden Wandel. Nachdem die Hersteller lange Zeit ihren Fokus auf die kontinuierliche Verbesserung von existierenden Technologien und auf die Optimierung traditioneller Geschäftsmodelle richteten, findet derzeit eine fundamentale Transformation statt. Der Umbruch der Branche ergibt sich im Wesentlichen aus vier Megatrends:

  • Connnected Cars – Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge
  • Das autonome Fahren
  • Suche nach alternativen Antriebskonzepten; insbesondere die Elektromobiltät
  • Carsharing – neuartiges Mobilitätsverhalten der Kunden

 

 

Autonomes Fahren
Alternative Antriebe
Carsharing

 

Die vier genannten Megatrends dominieren im Moment das Geschehen in der Automobilbranche. Seit mehreren Jahren arbeiten die OEMs zielgerichtet an der Digitalisierung ihrer Fahrzeuge. Die resultierenden Connected Cars verfügen über Konnektivität-Funktionalitäten. Das heißt: Mittels einer Internetverbindung über das Mobilfunknetz findet eine permanente Kommunikation zwischen den vernetzten Fahrzeugen und der zugehörigen IT-Infrastruktur statt. Es entsteht rund um das Automobil ein digitales Ökosystem mit zahlreichen unterschiedlichen Akteuren und Connected-Car-Plattformen. Die Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge  ermöglicht neuartige Services in sowie außerhalb des Automobils. Zunächst einmal profitieren Fahrer beziehungsweise Halter eines vernetzten Fahrzeugs von vielfältigen Infotainment- und Navigations-Anwendungen auf der Anzeigeeinheit (Head-Unit) der Connected Cars. Die Anwendungen liefern beispielsweise Echtzeit-Daten bezüglich der Verkehrssituation oder freien Parkplätzen, informieren über das Wetter sowie aktuelle Nachrichten und erlauben das Musik-Streaming. Bei einem Unfall lösen die vernetzten Fahrzeuge automatisch einen Notruf aus. Das als "eCall" bekantne Notrufsystem übermittelt die Position und Angaben zur Schwere des Notfalls an die Rettungskräfte. Darüber hinaus stellen die Automobilhersteller Applikationen für Smartphones, Tablets oder Smartwatches bereit. Besagte Anwendungen erlauben den Remote-Zugriff auf das Fahrzeug. Aus der Ferne schließt oder öffnet der Fahrer die Türen, betätigt Licht und Hupe, ortet sein Automobil, aktiviert die Standheizung beziehungsweise die Klimatisierung, überprüft den Tankstand oder informiert sich über den aktuellen Fahrzeugstand und bevorstehende Untersuchungen. Außerdem nutzen die OEMs die bestehende Mobilfunkverbindung zum Connected Car, um in regelmäßigen Abständen Wartungs-relevante Daten zu übertragen. Das erlaubt im Bedarfsfall die proaktive Kontaktaufnahme mit dem Kunden, um einen Wartungstermin zu vereinbaren.

Connected Cars stellen die Vorstufe und zugleich die zwingende Voraussetzung des autonomen Fahrens dar. Autonome Automobile werden sich ohne menschliches Eingreifen selbstständig im Verkehr fortbewegen. Auch wenn beispielsweise Telsa bereits Modelle mit der notwendigen Hardware für autonomes Fahren ausliefert, wird es voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, ehe sämtliche Fahrzeuge vollständig autonom navigieren. Bereits heute sind viele der hergestellten Automobile jedoch – mit entsprechender Ausstattung – bereits in der Lage, selbstständig einzuparken oder die Spur auf der Autobahn zu wechseln.

Angesichts der Knappheit fossiler Brennstoffe und der Umweltbelastung durch Benzin- und Dieselmotoren sucht die Automobilindustrie intensiv nach alternativen Antriebskonzepten. Diesbezüglich ruhen die Hoffnungen der Branche derzeit auf der Elektromobilität. Mittlerweile vertreiben zahlreiche bekannte OEMs bereits erste Modelle mit einem strombetriebenen Motor. Tesla setzt sogar ausschließlich auf Elektromotoren. Auch etablierte Hersteller kündigten an, künftig verstärkt auf die Elektromobilität zu setzen. In Kombination mit der Thematik der Connected Cars ergeben sich neuartige Einsatzszenarien. So wäre es zum Beispiel denkbar, dass die vernetzten E-Fahrzeuge in die Energieversorgung integriert werden. Die Akkus der elektrisch betriebenen Automobile bieten sich als zusätzliche Speicher für Zeiten, in denen die erneuerbaren Energien überdurchschnittlich viel Strom produzieren, an. Eine solche intelligente Steuerung derartiger Speicherkapazitäten ist über die Vernetzung möglich.

Neben den primär technischen Trends zeigt sich darüber hinaus ein verändertes Mobiltiätsverhalten der Kunden. Das Automobil scheint als Statussymbol bei der jüngeren Generation an Bedeutung zu verlieren. Der Stellenwert, den der Besitz eines eigenen Automobils einnimmt, geht zurück. Stattdessen geht der Trend zum Carsharing. Das Prinzip: Das Auto wird nicht mehr gekauft, sondern im Bedarfsfall kurzzeitig gemietet. Mit Angeboten wie car2go, DriveNow oder Flinkster existieren entsprechende Mietwagen-Konzepte. Interessierte Nutzer registrieren sich und buchen bei Bedarf ein verfügbares Auto. Die Abrechnung erfolgt minunten-, stunden- oder tagesweise. Im Unterschied zur herkömmlichen Autovermietung werden die Fahrzeuge nicht an definierten Standorten abgeholt oder zurückgebracht, sondern – innerhalb der Gebietsgrenzen – beliebig am Straßenrand oder anderen freien Parkplätzen abgestellt. Der Carhsaring-Trend weist ebenfalls einen engen Bezug zur Vernetzung und Digitalisierung der Fahrzeuge auf. Das freie Parken benötigt eine vernetzte Flotte. Andernfalls verliert der Betreiber den Überblick über die Verwendung respektive die Positionen der zugehörigen Automobile.