OEMs kooperieren bei der Car-to-X-Kommunikation

Die sogenannte Car-to-X-Kommunikation gehört zu den Connected-Car-Services, die auf mehr Sicherheit im Straßenverkehr abzielen. Als erster Automobilhersteller führte Mercedes-Benz die Dienst serienmäßig 2016 in der E-Klasse ein. Mittlerweile steht der digitale Service auch für weitere Baureihen zur Verfügung. Der zentrale Mehrwert der Car-to-X-Kommunikation besteht darin, den Fahrer vor Gefahrensituationen zu warnen, die sich noch außerhalb seines Sichtfeldes befinden. Dazu werden mittels der Fahrzeugsensorik erfasste Daten zu gefährlichen Stellen auf der Straße an das Backend gemeldet und dort über alle vernetzten Fahrzeuge aggregiert. Dadurch können nachfolgende vernetzte Fahrzeuge über die Mobilfunkverbindung mit einer entsprechenden Meldung im Infotainmentsystem rechtzeitig auf kommende Gefahrensituationen hingewiesen werden. Dabei gilt: Je mehr vernetzte Fahrzeuge ihre Sensorik-Daten an das Backend übertragen, desto wertvoller wird der digitale Service für alle Teilnehmer. Die Plattform-Theorie spricht in diesem Zusammenhang von positiven Netzwerkeffekten. Um derartige Netzwerkeffekte zu verstärken, liegt es nahe, dass die Hersteller nicht nur Daten von ihren eigenen vernetzten Fahrzeugen verwenden. Stattdessen würde der Austausch von Gefahrendaten über die Herstellergrenzen hinweg den Mehrwert der Car-to-X-Kommunikation erheblich steigern und die Realitätsnähe des virtuellen Abbilds der Gefahrensituationen im Backend verbessern. Darüber hinaus ließe sich eine Wersteigerung durch die Integration von weiteren Sendern erreichen, etwa Angaben der Verkehrsleitbehörde zum aktuellen Standort von Wanderbaustellen.

 

Mit derartigen Potenzialen der herstellerübergreifenden Zusammenarbeit befassen sich künftig Daimler, BWM, Ford und Volvo. Zusammen mit HERE, TomTom und den Verkehrsbehörden von Deutschland, Spanien, Finnland, Luxemburg, Schweden und den Niederlanden arbeiten die Unternehmen an einer herstellerunabhängigen Lösung für den Austausch von Gefahrensituationen. Das Pilotprojekt befasst sich mit wirtschaftlichen, technischen sowie rechtlichen Fragestellungen, wobei sich der Fokus auf sicherheitsrelevante Verkehrsinformationen richtet. Grundlage des Vorhabens ist eine EU-Verordnung, die festlegt, dass ein Minium an Verkehrsinformationen zur Straßensicherheit allen Nutzern nach Möglichkeit unentgeltlich zur Verfügung stehen sollte. Die Kooperation ist auf 12 Monate ausgelegt. Die OEMs erhoffen sich Erkenntnisse hinsichtlich der Datenkompatibilität und der Verarbeitung der Daten in der Cloud.

 


 

Quelle: https://www.daimler.com/innovation/case/connectivity/europaweite-kooperation-car-to-x.html

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