TNS-Studie: Nutzung der Connected-Car-Services fällt gering aus

Connectivity gilt längst als Megatrend in der Automobilindustrie. Die Hersteller unternehmen intensive Anstrengungen und tätigen hohe Investitionen, um die Vernetzung ihrer Fahrzeuge voranzutreiben. In regelmäßigen Abständen präsentieren die OEMs neue Connected-Car-Services und verbessern das im Automobil erforderliche Infotainmentsystem. Allerdings hält sich die Nutzung der Dienste im vernetzten Fahrzeug seitens der Kunden offensichtlich noch in Grenzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marktforschungsunternehmens Kantar TNS. Knapp ein Drittel der befragten Fahrzeughalter nutzen die Connected-Car-Services ihres vernetzten Automobils nicht aktiv. Geschäftsführer Winfried Hagenhoff spricht in der zugehörigen Pressemitteilung von einer Diskrepanz zwischen dem verfügbaren Connected-Car-Angebot und den Vorstellungen beziehungsweise der Zahlungsbereitschaft des Kunden.

 

Die Connected-Car-Studie von Kantar TNS, einem der führenden Marktforschungsunternehmen im Automobilsegment, basiert auf einer Stichprobe von insgesamt 8.576 Personen. Die Befragten erwarben seit 2013 einen Neuwagen und verfügten über ein Smartphone. Die zugehörigen Fahrzeuge stammten von 67 unterschiedlichen Marken. Das Untersuchungsgebiet umfasst unter anderem Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, China, USA und Kanada. Zu den zentralen Ergebnissen gehört die Erkenntnis, dass weltweit 25 Prozent der befragten Personen die Connected-Car-Services nicht nutzen. In Deutschland liegt der Wert bei 32 Prozent. Das schließt 19 Prozent in Deutschland (12 Prozent weltweit) ein, die bisher überhaupt nichts von der Connected-Car-Funktionalität ihres Automobils wussten. Daraus folgt für die Automobilhersteller die Notwendigkeit, mit wirkungsvollen Maßnahmen die Bekanntheit und die Nutzungsintensität ihrer Connected-Car-Plattformen zu steigern.

 

Das Geschäftsmodell der OEMs hinter den Connected-Car-Plattformen zielt darauf ab, mit den Connected-Car-Services sowie dem Infotainmentsystem zusätzliche Erlöse zu generieren. Allerdings deuten die Ergebnisse der TNS-Studie auf eine Diskrepanz zwischen dem Angebot seitens der Hersteller und den Interessen der Kunden hin. Unter den in Deutschland befragten Personen gaben knapp zwei Drittel an, sie seien unsicher oder würden es nicht planen, die Dienste künftig erneut zu buchen. In Deutschland sei mehr als die Hälfte nicht bereit, für Navigationsdienste zu zahlen. Bei den Unterhaltungs-Services fällt die Zahlungsbereitschaft unter den Befragten auf 28 Prozent. Die Erklärung: Die Kunden ziehen das Smartphone an dieser Stelle vor. Im Premium-Segment fällt die Nutzungsintensität der Connected-Car-Services höher aus. In Deutschland liegt der Wert bei 67 Prozent. Auch die Kauf- und Zahlungsbereitschaft in allen Bereichen des Dienstportfolios weist im Premium-Bereich bessere Ergebnisse auf.

 

 


Quelle: Pressemitteilung von TNS Kantar